Berufsbild Sicherheitsbeauftragter

Wie sieht dein Job dann aus ?

Der Arbeitsalltag eines Sicherheitsbeauftragten ist geprägt durch seine eigentliche Arbeitstätigkeit und den ehrenamtlichen Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten. Die Stelle des Sicherheitsbeauftragten kann grundsätzlich jeder Mitarbeiter in einem Unternehmen wahrnehmen.

Der Sicherheitsbeauftragte übernimmt jedoch keine Verantwortung für seine Kollegen und hat auch keine Weisungsbefugnis, deshalb wird Personen die eine Vorgesetzten-Rolle haben nicht empfohlen die Tätigkeit des Sicherheitsbeauftragten zu übernehmen.

Der Sicherheitsbeauftragte ist vielmehr ein Multiplikator der Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen und sollte deshalb auch zeitlich, örtlich und fachlich eng im Kontakt mit seinen Kollegen stehen.

Der Sicherheitsbeauftragte ist in erster Linie ein Angestellter mit einer spezifischen Tätigkeitsbezeichnung, welcher er hauptsächlich nachkommt. Je nach Anzahl der Mitarbeiter in einem Unternehmen und Gefahrenpotential für die Mitarbeiter, wird eine bestimmte Anzahl an Sicherheitsbeauftragten gefordert. D.h. es werden nicht beliebig viele freiwillige Mitarbeiter zum Sicherheitsbeauftragten ernannt, sondern eine sinnvolle Verteilung der Positionen im Unternehmen angestrebt. Sicherheitsbeauftragte werden nicht nur in gewerblichen Produktionsbereichen eingesetzt, sondern ebenfalls in Krankenhäusern, Universitäten, Banken, Versicherungen, Logistikern und im Einzelhandel.

Deshalb ist das Berufsbild des Sicherheitsbeauftragten

grundsätzlich von der Branche und dee Tätigkeit des Mitarbeiters

geprägt. Gemeinsam haben die Sicherheitsbeauftragten jedoch,

dass Sie von Ihrem Arbeitgeber Zeitfenster zur Verfügung

gestellt bekommen, um sich mit der Sicherheit in der täglichen

Arbeit zu beschäftigen.

Sie nehmen mindestens 4 mal im Jahr an der Sitzung des

Arbeitsschutzausschusses teil. Außerdem haben Sie immer ein Auge auf die potentiellen Gefahren in ihrem Arbeitsumfeld. Diese Gefahren für die Gesundheit sehen jedoch in jedem Umfeld eines Sicherheitsbeauftragten unterschiedlich aus. Sicherheitsbeauftragte in der Verwaltung bzw. auf Büroarbeitsplätzen beschäftigen sich mit der Ergonomie von Arbeitsplätzen, Eigenschaften von Beleuchtungen und Sicherheit von Elektronikgeräten. Sicherheitsbeauftragte in der Logistik beschäftigen sich mit dem Umgang von Gefahrgütern, Absturzsicherung und innerbetrieblichen Verkehrswegen.

Gemeinsam haben die Sicherheitsbeauftragten, dass sie gewisse Kommunikationsfähigkeiten besitzen müssen, um Mitarbeiter auf Risiken hinzuweisen, die aktuellen Gesetze und Normen kennen sollten und den ASA-Kollegen bei Unfalluntersuchungen unterstützen.

Der Sicherheitsbeauftragte ist zudem immer Ansprechpartner für seine Kollegen. Der Beauftragte kann Fragen beantworten oder den Austausch zwischen der Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Kollegen herstellen.

Zudem ist noch zu erwähnen, dass der Sicherheitsbeauftragte nicht benachteiligt werden darf. Der Hintergrund ist, dass ein Beauftragter in seiner kontrollierenden Tätigkeit zu Schlüssen kommen kann, über die die Geschäftsführung des Unternehmens wenig erfreut ist. Dies darf in keinem Fall ein Nachteil für den Beauftragten sein.

§20 SGB VII

㤠20 Bestellung und Aufgaben von Sicherheitsbeauftragten

(1.) In Unternehmen mit regelmäßig mehr als 20 Beschäftigten hat der Unternehmer unter Berücksichtigung der im Unternehmen bestehenden Verhältnisse hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Arbeitsumgebung sowie der Arbeitsorganisation Sicherheitsbeauftragte in der erforderlichen Anzahl zu bestellen.“

Die Entstehung des Sicherheitsbeauftragten

1785 wurde die erste Dampfmaschine in Betrieb genommen und damit verbunden wurde die  Industrialisierung in Deutschland eingeläutet. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten schweren Arbeitsunfälle im industriellen Arbeitsumfeld zugetragen haben.
Zu dieser Zeit schenkt der Arbeitgeber dem Thema Arbeitsschutz so gut wie keine Aufmerksamkeit.
Der Arbeitnehmer war für seine Gesundheit verantwortlich und sollte die volle Verantwortung für seine Arbeitsunfälle übernehmen.


Historischer Vorgänger des Sicherheitsbeauftragten war der frühere Unfallvertrauensmann von 1919. Damit begann die Umsetzung des innerbetrieblichen Arbeitsschutzes. Der Unfallvertrauensmann hatte die Aufgabe die von ihm vertretenen Betriebsangehörigen gegenüber dem Betriebsinhaber auf die Beachtung der Sicherheitsvorschriften zu achten und den Betriebsinhaber aufzufordern, die entsprechenden Sicherheitsvorschriften zu treffen.
Ab 1920 setzten die ersten Betriebe zusätzlich die ersten Sicherheitsingenieure ein.

Durch das „Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ vom 12. Dezember 1973 (BGBl. I S. 1885), das zuletzt durch Artikel 3 Absatz 5 des Gesetzes vom 20. April 2013 (BGBl. I S. 868) geändert worden ist, wurde der betriebliche Arbeitsschutz so definiert wie wir ihn heute kennen.

 

Der Sicherheitsbeauftragte ist heute ein wichtiger Teil der Arbeitsschutzorganisation und ehrenamtlicher Helfer der betrieblichen Arbeit für Sicherheit und Gesundheit. 2015 wurden in Deutschland 622.000 Sicherheitsbeauftragte beschäftigt was ein Anteil von 87% der Akteure im betrieblichen Arbeitsschutz ausmacht.

In der Zukunft werden Sicherheitsbeauftragten nicht "nur" für Arbeitssicherheit zuständig sein, sondern auch für Belange des Gesundheitsschutzes, wie z. B. das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). Als Beauftragte für Sicherheit und Gesundheit wären sie dann nicht nur Ansprechpartner der Fachkräfte für Arbeitssicherheit, sondern auch wichtiger Informationsgeber für die Betriebsärzte.

 
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