Unterweisung nach §12 Arbeitsschutzgesetz

Eine Unterweisung umfasst Anweisungen und Erläuterungen, die auf den Aufgabenbereich oder Arbeitsplatz der Beschäftigten ausgerichtet sind. Laut § 12 des Arbeitsschutzgesetzes müssen Unterweisungen bereits vor Aufnahme der Tätigkeit oder aufgrund bestimmter Anlässe, wie Veränderungen im Aufgabenbereich oder bei Einführung neuer Arbeitsmittel erfolgen und regelmäßig wiederholt werden.

Grundlage für die Unterweisung sind Betriebsanweisungen in Form von schriftlichen Dokumenten. Arbeitgeber sind rechtlich zu einer ausreichenden und angemessenen Unterweisung der Beschäftigten verpflichtet.

 

Was ist eine Unterweisung nach § 12 Arbeitsschutzgesetz?

Eine Unterweisung erfolgt üblicherweise als mündliche Präsenzveranstaltung in verständlicher Form und Sprache.

Nach § 12 des Arbeitsschutzgesetzes sind Arbeitgeber zu einer angemessenen Unterweisung verpflichtet. Eine betriebliche Unterweisung soll die Beschäftigten über die Gefahren ihres Arbeitsplatzes aufklären. Inhalt einer Unterweisung ist unter anderem der sichere und korrekte Umgang mit Arbeitsmitteln.

 

Unterweisungen sind Bestandteil der Fürsorgepflicht der Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitern. Durch die Unterweisung sollen Beschäftigte in die Lage versetzt werden, Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen zu erkennen und durch ihr Verhalten zu vermeiden. Je mehr die Teilnehmer eingebunden sind und je mehr Kommunikation und Rückfragen stattfinden, desto besser. Werden die vorgestellten Maßnahmen verstanden und akzeptiert, ist die Grundlage für sicheres Arbeiten geschaffen.

 

Daher muss unbedingt sichergestellt sein, dass alle Beschäftigten die Inhalte verstanden haben. Zu diesem Zweck kann es erforderlich sein, die Unterweisung eventuell auch in die jeweilige Sprache der Beschäftigten zu übersetzen.

Gesetzliche Grundlagen der Unterweisung

Ein falscher Zeitpunkt oder eine fehlende Dokumentation von Unterweisungen kann zu Problemen führen.

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PDF Zusammenfassung

Wer darf unterweisen und was muss wann unterwiesen werden?

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Wie erfolgt eine Unterweisung?

Die Unterweisung erfolgt üblicherweise als mündliche Präsenzveranstaltung in verständlicher Form und Sprache. Im Ausnahmefall kann die Unterweisung auch direkt am Arbeitsplatz unter Verwendung der Arbeitsmittel erfolgen. Nach erfolgter Unterweisung wird diese mit Datum, Unterweisungsinhalten und Unterschrift der Teilnehmer und des Unterweisers dokumentiert.

Wer darf Unterweisungen durchführen?

Die Pflicht, Unterweisungen durchzuführen, obliegt dem Arbeitgeber. Er kann laut § 13 Arbeitsschutzgesetz diese Verpflichtung an Führungskräfte schriftlich übertragen.

Wer nimmt an Unterweisungen teil?

Alle Mitarbeiter müssen an der Unterweisung teilnehmen. Die Beschäftigten müssen aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht an Arbeitsschutzmaßnahmen, die in § 15 ff. DGUV Vorschrift 1 angeführt ist, die durch Betriebsanweisungen und Unterweisungen erhaltenen Anweisungen befolgen. Die Nichteinhaltung kann ansonsten sowohl arbeitsrechtliche als auch gesundheitliche Konsequenzen haben. Die inhaltliche Gestaltung der Betriebsanweisung unterliegt dem Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates nach § 87 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG).

 

Unterweisungen dienen dem Zweck, Beschäftigte so über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen ihres Arbeitsbereiches zu informieren, dass sie sich bei ihrer Arbeit sicher und gesundheitsgerecht verhalten können. Im Arbeitsschutzgesetz ist vorgeschrieben, dass Beschäftigte „geeignete Anweisungen“ von ihrem Arbeitgeber erhalten müssen oder über „Sicherheit und Gesundheitsschutz ausreichend und angemessen unterwiesen werden müssen“. (§ 4, 8, 9, 12 ArbSchG). Auch bei Zusammenarbeit verschiedener Arbeitgeber muss nach § 8 ArbSchG sichergestellt sein, dass alle Beschäftigten diese Anweisungen erhalten.

 

Unterweisungen müssen bereits vor Aufnahme der Tätigkeit oder aufgrund bestimmter Anlässe, wie Veränderungen im Aufgabenbereich oder bei Einführung neuer Arbeitsmittel, erfolgen und regelmäßig wiederholt werden. Ebenso wird in § 4 DGUV Vorschrift 1 die Unterweisung der Versicherten gefordert, insbesondere hinsichtlich der tätigkeitsbezogenen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen. 

 

Zahlreiche weitere gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Vorschriften, wie § 63 StrlSchV (Strahlenschutzverordnung) oder § 6 ArbStättV, schreiben jährliche Unterweisungen vor. In § 14 GefStoffV, § 14 BioStoffV oder § 12 BetrSichV wird darüber hinaus ausdrücklich verlangt, dass Unterweisungen in verständlicher Form und Sprache abgehalten werden.

Wie oft müssen Unterweisungen durchgeführt werden?

Unterweisungen müssen mindestens jährlich wiederholt und schriftlich mit Datum, Unterweisungsinhalten und Unterschrift nachgewiesen werden.

Gesetzliche Vorschriften für Unterweisungen:

  • Es muss sichergestellt sein, dass alle Beschäftigten die Unterweisung erhalten

  • Die Unterweisung muss vor Aufnahme der Tätigkeit erfolgen

  • Aufgrund bestimmter Anlässe wie Veränderungen im Aufgabenbereich oder bei Einführung neuer Arbeitsmittel ist ebenfalls eine Unterweisung erforderlich

  • Unterweisungen finden mündlich als als Präsenzveranstaltungen statt

  • Die Unterweisung muss in verständlicher Form und Sprache abgehalten werden

  • Unterweisungen sind schriftlich mit Datum, Unterweisungsinhalten und Unterschriften der Teilnehmer und der unterweisenden Person nachzuweisen

  • Unterweisungen müssen jährlich wiederholt werden

 

Anlässe und Arten von Unterweisungen

Es werden drei Arten von Unterweisungen unterschieden:
 

  • Erstunterweisung

    • ​Erstunterweisungen müssen vor der Aufnahme einer Tätigkeit, sei es bei einer Neueinstellung, einem Arbeitsplatzwechsel oder einem neuen Arbeitsmittel oder -verfahren, stattfinden.
       

  • Wiederholungsunterweisung

    • ​Die Unterweisung muss anschließend regelmäßig, jedoch in den meisten Fällen mindestens einmal jährlich, wiederholt werden.

    • Nach § 29 JArbSchG (Jugendarbeitsschutzgesetz) müssen besonders bei der Beschäftigung von Jugendlichen Unterweisungen sogar mindestens halbjährlich wiederholt werden.
       

  • Unterweisung aus besonderem Grund

    • ​Besondere Situationen wie Unfälle, Beinahe-Unfälle oder Erkrankungen, sicherheitswidrige Verhaltensweisen, Aufgaben mit besonders hohen Gefährdungen oder auch ungewöhnliche, seltene Tätigkeiten können ein Anlass sein, diesen Zeitraum deutlich zu verkürzen.

    • Es können zusätzlich besondere Unterweisungen, beispielsweise für den Umgang mit toxischen oder krebserregenden Gefahrstoffen oder spezielle Übungen, zum Beispiel für die Persönliche Schutzausrüstung, die vor tödlichen Gefahren schützt, notwendig sein.

 

Inhalte von Unterweisungen

Je nach Ausrichtung des Betriebes oder der Betriebseinheit ist der Inhalt von Unterweisungen unterschiedlich. Grundbestandteile jeder Unterweisung sind:

  • allgemeine Informationen über Rechte und Pflichten der Mitarbeiter

  • allgemeine Sicherheitshinweise zur Arbeitsstätte

  • Organisation von betrieblicher Erster Hilfe

  • Verhalten bei Unfällen und im Brandfall

  • Vorbeugender Brandschutz und Evakuierung

  • Benutzung von Arbeitsmitteln

Der Unterweisungsbedarf zu weiteren Themen wird anhand der Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Die Unterweisung wird entsprechend durch die anhand der Gefährdungsbeurteilung abgeleiteten Schutzmaßnahmen ergänzt.

 

Über diese konkret festgestellten arbeitsplatzbezogenen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen müssen die Beschäftigten unterrichtet werden, damit sich diese bei ihrer Arbeit sicherheits- und gesundheitsgerecht verhalten können.

 

Beispiele für weitere Themen können Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz, Lärm, Ladungssicherung, hautbelastende Tätigkeiten und Hautschutz, Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln, Heben und Tragen oder Dienstfahrten und vieles mehr sein.

 

Bei der Auswahl der Themen und Vorbereitung der Unterlagen unterstützt die Fachkraft für Arbeitssicherheit häufig den Arbeitgeber bzw. Vorgesetzten. Wichtige Beiträge und Hinweise für aktuelle Themen kannst auch der Sicherheitsbeauftragte einbringen.

 

Aufgrund der vielen Themenbereiche, zu denen regelmäßig unterwiesen werden muss, hat es sich in der Praxis bewährt, häufige Kurzunterweisungen zu speziellen Schwerpunkten durchzuführen. Diese können im Rahmen von regelmäßigen Abteilungsbesprechungen oder Meetings in wenigen Minuten abgehalten werden und frischen das Wissen zu bestimmten Themen immer wieder aktuell auf. 

Ein falscher Zeitpunkt oder eine fehlende Dokumentation von Unterweisungen kann zu Problemen führen.

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  • 5 wichtigste Regeln für die Unterweisung

  • Überblick zu den 50 wichtigsten Unterweisungsthemen

 

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Inhaltsübersicht:

 
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Detaillierte Inhalte
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Autorin: Frau Cornelia An

Fachkraft für Arbeitssicherheit und E-Learning-Autorin

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