Die Unterweisung

Unterweisungen müssen bereits vor Aufnahme der Tätigkeit oder aufgrund bestimmter

Anlässe, wie Veränderungen im Aufgabenbereich oder bei Einführung neuer Arbeitsmittel,

erfolgen und regelmäßig wiederholt werden

Da die gesetzlichen Grundlagen von Betriebsanweisungen und Unterweisungen sehr eng beieinander liegen, werden dir diese in einem gemeinsamen Kapitel erläutert. Im vorherigen Abschnitt hast du erfahren, dass der Arbeitgeber anhand der Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen technischer, organisatorischer oder personenbezogener Art ergreifen muss. Bei Betriebsanweisungen und Unterweisungen handelt es sich um gesetzlich verankerte Maßnahmen personenbezogener Art, die beide dem Zweck dienen, Beschäftigte so über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen ihres Arbeitsbereiches so zu informieren, dass sie sich bei ihrer Arbeit sicher und gesundheitsgerecht

verhalten können. Mehr dazu später.

Im ArbSchG ist an verschiedenen Stellen vorgeschrieben, dass Beschäftigte „geeignete Anweisungen“ von ihrem Arbeitgeber erhalten müssen oder über „Sicherheit und Gesundheitsschutz ausreichend und angemessen unterwiesen werden müssen“. (§ 4, 8, 9, 12 ArbSchG). Auch bei Zusammenarbeit verschiedener Arbeitgeber muss nach § 8 ArbSchG sichergestellt sein, dass alle Beschäftigten diese Anweisungen erhalten.

Unterweisungen müssen bereits vor Aufnahme der Tätigkeit oder aufgrund bestimmter Anlässe, wie Veränderungen im Aufgabenbereich oder bei Einführung neuer Arbeitsmittel, erfolgen und regelmäßig wiederholt werden. Ebenso wird in § 4 DGUV Vorschrift 1 die Unterweisung der Versicherten gefordert, insbesondere hinsichtlich der tätigkeitsbezogenen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen. Sie konkretisiert, dass Unterweisungen. mindestens jährlich wiederholt und auch dokumentiert werden müssen.

Zahlreiche weitere gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Vorschriften, wie § 63 StrlSchV (Strahlenschutzverordnung) oder § 6 ArbStättV, schreiben jährliche Unterweisungen vor. In § 14 GefStoffV, § 14 BioStoffV oder § 12 BetrSichV wird darüber hinaus ausdrücklich verlangt, dass Unterweisungen in verständlicher Form und Sprache abgehalten und schriftlich mit Datum, Unterweisungsinhalten und Unterschrift nachgewiesen werden müssen.

Dieselben Paragraphen fordern ebenfalls die Betriebsanweisung, die als Grundlage für die Unterweisung herangezogen werden soll – ebenfalls vor Aufnahme der Tätigkeit und in verständlicher Form und Sprache. Weiterhin ist im Regelwerk der Unfallversicherungsträger an vielen Stellen ausdrücklich die Notwendigkeit von Betriebsanweisungen und Unterweisungen gefordert, so zum Beispiel für Arbeitsverfahren wie Schweißen, für elektromagnetische Felder, Krane, Flurförderzeuge, für Persönliche

Schutzausrüstung gegen Absturz, im Schiffsbau und etlichen weiteren.

Die Pflicht, Betriebsanweisungen zu erstellen oder Unterweisungen durchzuführen, obliegt dem Arbeitgeber. Dieser kann allerdings nach § 13 ArbSchG eine andere Person mit diesen Aufgaben betrauen, wobei häufig auf die Unterstützung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt oder spezielle, fachkundige Personen zurückgegriffen wird. Die Beschäftigten müssen aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht an Arbeitsschutzmaßnahmen, die in § 15 ff. DGUV Vorschrift 1 angeführt ist, die durch

Betriebsanweisungen und Unterweisungen erhaltenen Anweisungen befolgen. Die Nichteinhaltung kann ansonsten sowohl arbeitsrechtliche als auch gesundheitliche Konsequenzen haben. Wichtig zu wissen ist weiterhin, dass die inhaltliche Gestaltung der Betriebsanweisung dem Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates nach § 87 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) unterliegt.

1. Gesetzliche Grundlagen von Betriebsanweisung und Unterweisung

5. Die Betriebsanweisung und deren Zweck

Du hast bereits kurz erfahren, dass eine Betriebsanweisung zu den personenbezogenen Schutzmaßnahmen gehört. Die Betriebsanweisung ist ein wichtiges Dokument, das der Arbeitgeber für seine Beschäftigten erstellt. Darin ist schriftlich, kurz und übersichtlich zusammengestellt, was der Beschäftigte für die sichere Durchführung seiner Arbeit in seiner Arbeitsumgebung wissen muss. Es sind die wichtigsten Gefahren, die etwa von bestimmten Maschinen oder Arbeitsmitteln ausgehen, aber auch wichtige Schutzmaßnahmen zusammengefasst. Die Betriebsanweisung ist eine Grundlage für die mündliche Unterweisung durch den Vorgesetzten und ist den Beschäftigten an geeigneten Stellen zugänglich. Häufig ist sie direkt an den Arbeitsplätzen ausgehängt. So haben die Beschäftigten wichtige

Anweisungen, wie sie bei ihrer Tätigkeit Unfall- und Gesundheitsgefahren vermeiden können, immer im Blick.

Als Sicherheitsbeauftragter kannst du zum Beispiel inhaltliche Anregungen geben, wenn dir auffällt, dass wichtige Anweisungen noch mit in Betriebsanweisungen aufgenommen werden sollten.

Auch die Unterweisung ist eine personenbezogene Maßnahme zur Verhütung von Unfällen und berufsbedingten Erkrankungen und somit ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes.

Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, sollen Unterweisungen als Präsenzveranstaltungen mündlich durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person abgehalten werden. Unterweisungen sind Bestandteil der Fürsorgepflicht der Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitern. Durch die Unterweisung sollen Beschäftigte in die Lage versetzt werden, Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen zu erkennen und - durch ihr Verhalten zu vermeiden. Je mehr die Teilnehmer eingebunden sind, je mehr Kommunikation und Rückfragen stattfinden, desto besser. Werden die vorgestellten Maßnahmen

verstanden und akzeptiert, ist die Grundlage für sicheres Arbeiten geschaffen.

Daher muss unbedingt sichergestellt sein, dass die Beschäftigten die Inhalte auch verstanden haben – und die Unterweisung eventuell auch in die jeweilige Sprache der Beschäftigten übersetzt werden. Die Unterweisung kann, wenn es sinnvoll ist, auch durchaus direkt am Arbeitsplatz, mit Hilfe der Betriebsanweisungen und eventuell der Arbeitsmittel, stattfinden. Auch die Dokumentation der Unterweisung mit Datum, Unterweisungsinhalten und Unterschrift der Teilnehmer und des Unterweisers darf nicht vergessen werden.

3. Anlässe für Unterweisungen

Vor der Aufnahme einer Tätigkeit, sei es bei einer Neueinstellung, einem Arbeitsplatzwechsel oder einem neuen Arbeitsmittel oder -verfahren, muss eine Erstunterweisung stattfinden.

Die Unterweisung muss anschließend regelmäßig, jedoch in den meisten Fällen mindestens einmal jährlich, wiederholt werden. Besondere Situationen wie Unfälle, Beinahe-Unfälle oder Erkrankungen, sicherheitswidrige Verhaltensweisen, Aufgaben mit besonders hohen Gefährdungen oder auch ungewöhnliche, seltene Tätigkeiten können ein Anlass sein, diesen Zeitraum deutlich zu verkürzen.

Nach § 29 JArbSchG (Jugendarbeitsschutzgesetz) müssen besonders bei der Beschäftigung von Jugendlichen Unterweisungen sogar mindestens halbjährlich wiederholt werden. Dies gilt auch für einige weitere Fälle. Daneben können auch noch besondere Unterweisungen, beispielsweise für den Umgang mit toxischen oder krebserregenden Gefahrstoffen oder spezielle Übungen, zum Beispiel für Persönliche Schutzausrüstung, die vor tödlichen Gefahren wie Absturz schützt, notwendig sein.

4. Inhalte von Unterweisungen

Anhand der Gefährdungsbeurteilung wurden ja verschiedene Gefährdungen identifiziert und Schutzmaßnahmen abgeleitet, um das Eintrittsrisiko zu minimieren. Über viele dieser konkret festgestellten arbeitsplatzbezogenen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen müssen die Beschäftigten unterrichtet werden, damit sich diese bei ihrer Arbeit sicherheits- und gesundheitsgerecht verhalten

können. Das bedeutet, dass je nach Ausrichtung des Betriebes oder der Betriebseinheit der Inhalt

von Unterweisungen unterschiedlich ist. In keiner Unterweisung sollten aber die allgemeinen Informationen über Rechte und Pflichten von Mitarbeitern und allgemeine Sicherheitshinweise beispielsweise zur Arbeitsstätte, Organisation von betrieblicher Erster-Hilfe und Verhalten bei Unfällen und im Brandfall, vorbeugendem Brandschutz und Evakuierung und auch zur Benutzung von Arbeitsmitteln fehlen. Der Unterweisungsbedarf zu weiteren Themen wird anhand der Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Die Sicherheitshinweise können unter anderem mit Hilfe der erstellten Betriebsanweisungen vermittelt werden. Solche weiteren Themen können Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz, Lärm, Ladungssicherung, hautbelastende Tätigkeiten und Hautschutz, Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln, Heben und Tragen oder Dienstfahrten und vieles mehr sein.

Bei der Auswahl der Themen und Vorbereitung der Unterlagen unterstützt die Fachkraft für Arbeitssicherheit häufig den Arbeitgeber bzw. Vorgesetzten. Wichtige Beiträge und Hinweise für aktuelle

Themen kannst auch du als Sicherheitsbeauftragter einbringen. Aufgrund der vielen Themenbereiche, zu denen regelmäßig unterwiesen werden muss, hat es sich in der Praxis bewährt, häufige Kurzunterweisungen zu speziellen Schwerpunkten durchzuführen.

Diese können im Rahmen von regelmäßigen Abteilungsbesprechungen oder Meetings in wenigen

Minuten abgehalten werden und frischen das Wissen zu bestimmten Themen immer wieder aktuell auf. Auch hier darf die Dokumentation nicht vergessen werden.

 
 
 
 
 

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Wie du erfahren hast, müssen Betriebsanweisungen etwa für Maschinen, Gefahrstoffe, Arbeitsverfahren oder Arbeitsabläufe erstellt werden. Hast du dich in deinem Betrieb schon einmal nach Betriebsanweisungen umgesehen? Wofür sind die Betriebsanweisungen in deinem Unternehmen? Welche Farben werden in deinem Betrieb dafür verwendet und wo kannst du sie einsehen? Vermutlich hast du Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe und Arbeitsmittel vorgefunden. Dies sind in der Praxis auch die häufigsten Betriebsanweisungen. Daher werden dir diese im Folgenden kurz vorgestellt.

Wichtig ist es aber zu wissen, dass es nicht nur für Stoffe oder Zubereitungen mit einem Piktogramm, beispielsweise einen Kühlschmierstoff oder ein Lackspray, eine Betriebsanweisung geben muss. Auch für entstehende Gefahrstoffe, wie Schweißrauche, Dämpfe in Galvanikbetrieben oder Holzstäube, müssen Betriebsanweisungen vorhanden sein.

Die inhaltlichen Anforderungen der Gefahrstoff-Betriebsanweisungen sind durch die TRGS 555 sehr konkret vorgegeben und bestehen, neben der Nennung von Arbeitsbereich bzw. Arbeitsplatz und Tätigkeit, aus den Gliederungspunkten Gefahrstoffbezeichnung, Gefahren für Mensch und Umwelt, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, Verhalten im Gefahrfall, Erste Hilfe und sachgerechte Entsorgung.

In jedem Betrieb sind die verschiedensten Arbeitsmittel und Unterweisungen zu finden: Ob es sich um Geräte wie Drucker, Bohrmaschinen, Pressen oder Krane handelt – für Beschäftigte müssen vor der ersten Verwendung Betriebsanweisungen zur Verfügung stehen und eine Unterweisung

durchgeführt werden. Inhaltlich werden Betriebsanweisungen für Arbeitsmittel in die Gliederungspunkte Anwendungs- oder Geltungsbereich, Gefahren für Mensch und Umwelt, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, Verhalten bei Störungen und im Gefahrfall, Verhalten bei Unfällen und Erste Hilfe, sowie Instandhaltung und Folgen der Nichtbeachtung unterteilt. Unter dem Gliederungspunkt Anwendungs- oder Geltungsbereich wird beschrieben, für welchen Betriebszustand die Betriebsanweisung genau gilt, beispielsweise für Normalbetrieb oder Instandhaltungsarbeiten. Natürlich sind auch Angaben zu Arbeitsplatz bzw. Arbeitsbereich und Tätigkeit enthalten.

6. Arten von Betriebsanweisungen und deren Inhalte

 

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