Sicherheitsbeauftragter Aufgaben

Welche Aufgaben übernimmst du?

Der Sicherheitsbeauftragte ist ein Mitarbeiter in einem Unternehmen, welcher neben seiner Haupttätigkeit, zur Verbesserung der Gesundheit und der Arbeitssicherheit beiträgt.

Der Sicherheitsbeauftragte hat eine Fortbildung von ca. 20 Stunden absolviert und bekommt dadurch ein Rüstzeug an die Hand, um unterschiedliche Aufgaben zu übernehmen.

Zu den Sicherheitsbeauftragten Aufgaben zählen im allgemeinen beratende und vermittelnde Tätigkeit zwischen Kollegen und den Verantwortlichen für die Arbeitssicherheit im Betrieb.

Außerdem unterstützt er bei der Gefährdungsbeurteilung und ist Teil des Arbeitsschutz-ausschusses.

Die intrinsische Motivation bestimmt maßgeblich das Engagement für diese freiwillige Aufgabe. Bestimmte Tätigkeiten machen einige Mitarbeiter einfach gern, weil sie Spaß machen, sinnvoll oder herausfordernd sind oder sie schlicht interessieren.

1. Die wichtigste Aufgabe dieser Mitarbeiter ist, dass sie ihren Arbeitsalltag und die Umgebung immer durch die Brille der Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderungen der Kollegen sehen.

Folgende Fragen sollte sich ein Sicherheitsbeauftragter in der Ausübung seiner Tätigkeit stellen:

  • Trägt mein Kollege die passende Arbeitsschutzausrüstung für seine Tätigkeit?

  • Wird die Arbeitsschutzausrüstung richtig angewendet?

  • Entstehen Stolperfallen durch die Lagerung von Materialien?

  • Ist beim Umrüsten eines Bereiches eine höhere Lärmbelastung entstanden?

  • Wurde der neue Mitarbeiter über die Gefahren im Umgang mit einem Produkt unterwiesen?

 

 

2. Eine weitere wichtige Aufgabe ist der aktive Austausch mit den eigenen Kollegen und der Erläuterung von Vorschriften.

Der Sicherheitsbeauftragte muss dabei nicht nur auf dem neuesten Stand der geltenden Regeln und Normen sein, sondern auch Soft-Skills besitzen d.h. die Kommunikation mit den Kollegen so gestalten, dass diese die Arbeitsschutzvorschriften als Ihren Vorteil erkennen und nicht als lästiges, unnötiges Übel.

Der Sicherheitsbeauftragte muss die Vorschriften der folgenden Institutionen kennen und vermitteln:

  • Aus dem staatlichen Bereich, Gewerbeaufsichtsämter und technischen Überwachungsämter.

  • Aus dem selbstverwaltenden Bereich, Berufsgenossenschaften, Landesverbände der DGUV und Unfallkassen.

 

Die genannten Institutionen haben folgende Befugnisse die den Sicherheitsbeauftragten betreffen:

  • Der Staat bzw. die entsprechenden Ämter dürfen im Extremfall sogar Betriebe oder Teile davon sperren.

  • Der Staat bzw. die entsprechenden Ämter haben das Recht, jederzeit Kontrollen durchzuführen.

  • Sie sind allerdings auch beratend tätig und unterstützen die Arbeitgeber.

  • Die Unfallversicherungsträger beraten ihre Unternehmen zu allen Themen des Arbeitsschutzes und der Prävention,

  • Die Unfallversicherungsträger versichern ihre Mitglieder im Fall von Berufskrankheiten oder Arbeitsunfällen,

  • Die Unfallversicherungsträger überwachen und kontrollieren die Einhaltung des DGUV-Regelwerks/derBG-Vorschriften,

3. Außerdem ist eine Aufgabe des Sicherheitsbeauftragten die interne Kommunikation mit den Verantwortlichen für das Thema Arbeitssicherheit in seinem Betrieb. In größeren Betrieben übertragt der Geschäftsführer seine Aufsichtspflicht an die Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte.

Diese Mitarbeiter treffen sich in regelmäßigen Abständen, gemeinsam mit dem Sicherheitsbeauftragten.

Diese Treffen bzw. Besprechungen finden im Rahmen der Sitzung des Arbeitsschutzausschuss (ASA) statt. Dies ein Organ des betrieblichen Arbeitsschutzes und wird in Deutschland ab einer Betriebsgröße mit mehr als 20 Beschäftigten vorgeschrieben (§ 11 Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG).

sicherheitsbeauftragter Aufgaben Aufgabe

Fertigkeiten & Kompetenzen:


▪ Kommunikationsfähigkeiten mit unterschiedlichen Hierarchien und Bereichen

▪ Besitzt keine Weisungsbefugnis gegenüber seinen Kollegen.

▪ Berät und unterstützt die Lagerleitung hinsichtlich Sicherheitsthematiken

▪ Erkennt als Erster sicherheitstechnische Probleme und Mängel am Arbeitsplatz.

Ansprechpartner der Kollegen vor Ort hinsichtlich aller Fragen des Arbeitsschutzes.

▪ Sicherheitsbeauftragte unterstützen die im Betrieb für Arbeitsschutz verantwortlichen Personen (keine hauptamtliche Tätigkeit)

Fähigkeiten eines Sicherheitsbeauftragten


▪ Akzeptanz unter den Kollegen und Kolleginnen
▪ Sozialkompetenz, gute Beobachtungsgabe
▪ Fingerspitzengefühl und Überzeugungsvermögen
▪ Fachkunde im Zuständigkeitsbereich
▪ Gutes technisches Verständnis
▪ Sorgfältiges & kontinuierliches Arbeiten
▪ Ausgeprägte Kundenorientierung sowie Eigeninitiative
▪ Organisation- und Kommunikationsfähigkeiten
▪ Eigenständig Dokumente erstellen in Excel, PowerPoint, Word

4. Unterschied zur Fachkraft für Arbeitssicherheit
Der Sicherheitsbeauftragte ist der Betriebsbeauftragte, der partnerschaftlich mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) zusammenarbeitet. Der größte Unterschied zwischen Fachkraft für Arbeitssicherheit besteht darin, dass diese eine bestimmte berufliche Qualifikation aufweisen. Sifa´s haben entweder einen Meister oder Techniker Titel oder können ein technisches Studium vorweisen.
Die Zugangsvoraussetzungen für die Aufgabe des Sicherheitsbeauftragten sind geringer. Aus gesetzlicher Sicht soll der Sicherheitsbeauftragte den Arbeitgeber nur bei seinen Arbeitsschutzmaßnahmen unterstützen, auf die Benutzung der Persönlichen Schutzausrüstung achten und auf Unfallgefahren aufmerksam machen.
Stellt ein Sicherheitsbeauftragter fest, dass Kollegen Arbeitsschutzvorschriften missachten, sollte er sie darauf hinweisen und ihnen erklären, welche Risiken dadurch entstehen können. Ein Sicherheitsbeauftragter trägt jedoch keine formale Verantwortung für die Sicherheit seiner Kollegen. Mit der Tätigkeit als Fachkraft für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragter ist nicht automatisch eine Weisungsbefugnis verknüpft. Sicherheitsbeauftragte sollten zudem keine Weisungsbefugnis besitzen.
Der Kündigungsschutzes eines Sicherheitsbeauftragten verhält sich nicht anders im Vergleich zu seinen Kollegen. Ein Sonderkündigungsschutz wird dem SiBe nicht eingeräumt. Es gibt jedoch das sogenannte Benachteiligungsverbot, welches festlegt, dass ein Beauftragter nicht aufgrund seiner im Amt getroffenen Entscheidungen, gekündigt werden kann. Wenn der Sicherheitsbeauftragter z.B. feststellt, dass eine hoch lukrativer Prozess ein zu hohes Unfallrisiko aufweist, dann könnten Konflikte zu der Geschäftsführung und seiner Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter entstehen. Das Benachteiligungsverbot schützt den Beauftragten in diesen Fällen.

§ 22 SGB VII

Die Sicherheitsbeauftragten haben den Unternehmer bei der Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu unterstützen, insbesondere sich von dem Vorhandensein und der ordnungsgemäßen Benutzung der vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen und persönlichen Schutzausrüstungen zu überzeugen und auf Unfall- und Gesundheitsgefahren für die Versicherten aufmerksam zu machen.“

Sicherheitsbeauftragter Aufgaben

5. Rahmenbedingungen für Sicherheitsbeauftragte definieren

Der Sicherheitsbeauftragte sollte im ständigen Austausch mit seinen Kollegen stehen und über deren Meinung zum aktuellen Stand der Sicherheitsmaßnahmen beziehungsweise Arbeitsbedingungen Bescheid zu wissen.
Außerdem sollte der Sicherheitsbeauftragte regelmäßig die Arbeitsmittel, verwendete persönliche Schutzausrüstung sowie Arbeitsprozesse mit seinen Kollegen besprechen. Die Schutzmaßnahmen und der richtige Umgang sollte dabei thematisiert werden.
Wenn Sie von Ihrem Vorgesetzten oder direkt von der Geschäftsführung angesprochen werden, ob Sie die Aufgabe des Sicherheitsbeauftragten übernehmen möchten, dann ist das erstmal eine Wertschätzung für Sie als Mitarbeiter.
Jedoch sollten Sie mit den Vorgesetzten die genauen Aufgaben- und Zuständigkeitsbereiche besprechen. Ein wichtiges Thema ist auch, wie viele Zeit Ihnen für die mögliche neue Aufgabe eingeräumt wird.
Weitere Themen können sein:

 

  • Für welche Bereiche im Betrieb ist der Sicherheitsbeauftragte genau zuständig?

  • Welche gesonderten Gefahren gibt es in diesem Bereich bzw. Wie hoch ist das Gefahrenpotential?

  • Wie lange gibt es in diesem Bereich schon keinen Sicherheitsbeauftragten und warum?

  • Bei welchen Problemen kann der Sicherheitsbeauftragte ohne Termin sofort einen Vorgesetzten zu einem Gespräch bitten?

  •  In welchen Zeitabständen muss der Sicherheitsbeauftragte gegenüber der Unternehmensleitung über den aktuellen Stand seiner Arbeit Auskunft geben?

  • Welche zusätzlichen Zahlungen kann der Sicherheitsbeauftragte erwarten?

  • Wann wird der neue Sicherheitsbeauftragte dem Arbeitsschutzausschuss vorgestellt?

  • Welche Art und Umfang von Fortbildungen wird dem Mitarbeiter eingeräumt?

Unfall /Beinahe-Unfall / Vorfälle im Zuständigkeitsbereich (ggf. Mitwirkung bei der Ersten Hilfe)
▪ Information an die Verletzten zur Inanspruchnahme Erster-Hilfe-Leistungen und/oder Hinweise zum Aufsuchen des Durchgangsarztes
▪ Mitwirken bei der innerbetrieblichen Unfalluntersuchung zur Feststellung der Unfallursachen
▪ Mitwirken bei der Erarbeitung der Vorschläge für technische oder organisatorische Maßnahmen, die erforderlich sind, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu verhindern
▪ Bei meldepflichtigen Unfällen: Kenntnisnahme des entsprechenden Vordrucks des innerbetrieblichen Unfallmeldesystems und evtl. betriebliche Sonderregelungen zur Meldepflicht
▪ Untersuchung und Auswertung der Unfallursachen Information aller im Betrieb Beschäftigten über die Unfall- und Gesundheitsgefahren sowie Durchführung von Maßnahmen zu ihrer Abwendung

Gesamtes Unfallgeschehen im Zuständigkeitsbereich.

Beobachtung des Unfallgeschehens im Zuständigkeitsbereich
Kenntnisnahme durch persönliche Beobachtung
▪ Informationen der Beschäftigten/Vorgesetzten
▪ Information durch Unfallanzeigen oder innerbetriebliche Meldevordrucke
▪ Einsichtnahme in das Verbandbuch/die Kartei über Erste-Hilfe-Leistungen

▪Aufgrund dieser Informationen Hinweise/Vorschläge für Vorgesetzte erstellen und Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter motivieren, sich sicherheitsbewusst zu verhalten und zu handeln
▪ Durchführung des Arbeitsschutzes beobachten, Mängel feststellen, Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitssicherheit unterbreiten

Aufnahme, Meldung, ggf. Beseitigung Mängeln an Maschinen oder auf arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren
▪ Meldung von fehlender Schutzeinrichtungen
▪ Umgang mit vorschriftswidriges Verhalten von Beschäftigten (z. B. Nichtbenutzung von PSA)
▪ Je nach Art und Schwere des gemeldeten Mangels unmittelbare oder spätere Inaugenscheinnahme, Prüfung der Angaben auf sachliche Richtigkeit
▪ Wenn nicht durch Beteiligte sofort abstellbar, Meldung an den Vorgesetzten/die Vorgesetzte.
▪ Verfolgung der Mängelbeseitigung
▪ Beurteilung der Arbeitsbedingungen
▪ Einwirkung auf umgehende Abstellung der Mängel, soweit dies im Zuständigkeitsbereich der Beteiligten liegt; Gespräche mit dem Ziel, sicherheits- und gesundheitsbewusstes Verhalten und Handeln zu erreichen
▪ Soweit unmittelbare Abstellung durch die Beteiligten nicht möglich, Information der zuständigen Vorgesetzten über die festgestellten Mängel, Verfolgung der Mängelbeseitigung
▪ Planung, Ausführung und Unterhaltung der Einrichtungen

Regelmäßiger Rundgang im Arbeitsbereich Inaugenscheinnahme der Arbeitsplätze, Einrichtungen und Verkehrswege
▪ Begutachtung von Vorhandensein von ordnungsgemäßen Schutzeinrichtungen
▪ Ordnungsgemäße Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung am Arbeitsplatz
▪ Einhaltung der Betriebsanweisungen zur Unfallverhütung und Verhütung der Berufskrankheiten und der arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
▪ Soweit Abstellung festgestellter Mängel durch die Beteiligten nicht unmittelbar möglich, Meldung an die zuständigen Vorgesetzten; Verfolgung der Mängelbeseitigung.
▪ Sicherheitstechnische Überprüfung der Einrichtungen und Arbeitsverfahren

6. Kommunikationsstrategien kennen


Wurden die Rahmenbedingungen definiert, beginnt die eigentliche Zusammenarbeit. Der Sicherheitsbeauftragte nimmt eine Position im Unternehmen ein, welche je nach der Perspektive seiner Kollegen anders wahrgenommen werden kann.
Kollegen sollten Ihn sehr schätzen, da er ein geschultes Auge auf deren Gesundheit wirft. In der Regel wird dabei die Arbeit der Kollegen nicht unterbrochen.
Führungspersonen werden zum Teil von dieser Aufgabe entlastet. Der Sicherheitsbeauftragte sollte von diesem Personenkreis also auch offen empfangen werden.
Jedoch beschäftigt sich der Sicherheitsbeauftragte einen größeren Teil seiner Arbeit mit dem Melden von Mängeln. D.h. ein Arbeitsunfall hat noch nicht stattgefunden aber der Sicherheitsbeauftragte erkennt ein Risiko in bestimmten Tätigkeiten.
Wenn Vorgesetzte oder Kollegen diese Risiken nicht erkennen, dann können diese Meldungen auf Dauer lästig erscheinen.
Um dieses mögliche Ungleichgewicht zu vermeiden, spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle.
Sie sollten bei den Gesprächen mit Kollegen und Vorgesetzten auf folgende Dinge achten. Zum einem sollte sich der Sicherheitsbeauftragte in die Lage und Situation seiner Kollegen oder Vorgesetzen reinversetzen können. Dies hilft dem SiBe die richtigen Worte, zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Zum anderen ist es hilfreich die positiven Verhaltensverweisen vor einer kritischen Äußerung kurz zu wiederholen.

  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon